Liebe Interessierte an Neuigkeiten von der Jugendberatungsstelle KIQ,

hier erfahren Sie, was sich in den letzten Monaten bei uns getan hat:


Halbzeit!!!

Die ersten beiden Jahre der Förderperiode des Programms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ haben wir erfolgreich gemeistert. Ich möchte Sie/Euch gerne in diesem Newsletter über die Ergebnisse und Vermittlungen im letzten Jahr informieren.

Im Jahr 2016 fanden insgesamt 459 Jugendliche und junge Erwachsene den Weg in die Jugendberatungsstelle KiQ – Kompetenzen im Quartier. Davon wurden 224 längerfristig von den Sozialpädagogen betreut und beraten.

Gesamtresümee der 144 Kunden, die 2016 unterstützt wurden und bei denen der Beratungsprozess beendet wurde (einige Kunden werden 2017 weiter betreut): 

 

 

Es konnten somit 56 % in Ausbildung bzw. Arbeit vermittelt werden. Über 80 % fanden eine passgenaue Anschlussperspektive. Die Abbruchquote im Beratungsprozess lag 2016 unter 5 %. Außerdem hat sich unser Beratungssetting durch den Umzug in die neuen Räumlichkeiten am Kohlenmarkt 1, direkt an der U-Bahn-Haltestelle Rathaus, deutlich verbessert.

Wie in jedem Newsletter, berichten wir auch heute wieder von einer Erfolgsgeschichte:

Tevy (Name wurde geändert) ist 19 Jahre alt und lebt mit ihrem Sohn (7 Monate) im Mutter-Kind-Heim, als sie im März 2016 Kontakt zur Jugendberatungsstelle KiQ aufnimmt. Sie ist aus ihrem Heimatland geflüchtet und lebt seit September 2012 in Deutschland - nach wie vor mit dem unsicheren Status einer Aufenthaltsgestattung. Tevy hat bereits den erfolgreichen Mittelschulabschluss erworben und möchte gerne eine Ausbildung zur Friseurin absolvieren.

Während der ersten Treffen mit Tevy wird deutlich, wie wichtig es für sie ist, eine fundierte Ausbildung zu machen, um sich eine Zukunft für sich und ihr Kind hier in Deutschland zu sichern. Sie ist in den Einzelterminen sehr aufmerksam und interessiert und fragt nach, wenn sie etwas nicht versteht.

Fraglich ist, ob die junge Mutter die Berufsschule während einer Ausbildung mit den jetzigen Sprachkenntnissen bestehen kann. Da die Förderung einer Ausbildung mit ihrem derzeitigen Aufenthaltstitel nicht möglich ist, wird alternativ eine Einstiegsqualifizierung (EQ) angedacht.

Mit einem sehr kooperativen Friseursalon in Nürnberg vereinbart die Sozialpädagogin von KiQ ein Praktikum für die junge Mutter. Die praktische Erprobung verläuft sehr erfolgreich. Der Inhaber des Friseursalons lobt die Praktikantin als äußerst zuverlässig und lernfähig. Ihre noch mangelnden Sprachkenntnisse beurteilt er als ausbaufähig. Tevy gefallen die Tätigkeiten sehr gut und sie ist sehr glücklich, dass sie die Chance bekommt, ihren Traumberuf zu erlernen.

Inzwischen ist es Anfang August und Tevy hat die Auszugsgenehmigung von der Ausländerbehörde erhalten, um aus dem Mutter-Kind-Heim in Fürth in eine eigene Wohnung nach Nürnberg zusammen mit ihrem Sohn und Vater des Kindes ziehen zu können. Auch der EQ-Vertrag ist inzwischen unter Dach und Fach. Ihr Sohn besucht ab September die Kinderkrippe. Da die Eingewöhnung gut verläuft, steht einer Einstiegsqualifizierung ab 1. Oktober nichts mehr im Weg.

Die junge Frau ist im Oktober gut in die EQ gestartet und sehr froh darüber, dass ihr Chef Rücksicht auf die Betreuungszeiten ihres Sohnes nimmt. Allerdings fällt ihr die Berufsschule schwer, so dass sie bereits selbständig bei der Agentur für Arbeit um einen Platz für ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) nachfragt. Die Sozialpädagogin von KiQ kontaktiert Tevy und den Betrieb alle 2 Monate, um sicher zu gehen, dass die Einstiegsqualifizierung weiterhin erfolgreich verläuft und ihre Kundin im Anschluss einen Ausbildungsplatz erhält.

Herzliche Grüße aus der Jugendberatungsstelle KiQ in Fürth

 



-